Teil 1: Was ist Durchfall und was sind die Ursachen

Medizinisch betrachtet spricht man erst von Durchfall oder Diarrhö, wenn mehr als 3 x täglich breiiger bis wässriger Stuhl ausgeschieden wird. Im Akutfall können aber auch sehr viel mehr Darmentleerungen am Tag möglich sein. Man spricht von bis zu 20 pro Tag.

Oft gehen damit Übelkeit, Erbrechen und/ oder Bauchschmerzen einher.

Was ist Durchfall?

In einem gesunden Darm leben Milliarden verschiedene Bakterien. Sie besiedeln den Darm und werden benötigt, um dauerhaft eine gesunde Darmflora zu bilden und zu erhalten.

Gelangen nun aber Krankheitserreger in den Darm, versuchen diese sich in der Schleimhaut anzusiedeln und wirken entzündlich. Um die unerwünschten Keime wieder loszuwerden, reagiert der Darm mit einem natürlichen Abwehrmechanismus: dem Durchfall.

Dabei gibt die Darmwand Wasser, Elektrolyte und Schleim in den Darm ab und verflüssigt damit den Darminhalt, um die Keime möglichst schnell aus dem Organismus auszuschwemmen.

Gerade bei akutem Durchfall versucht der Körper, sich von den Erregern zu befreien, und stellt damit eine sehr intelligente Schutzreaktion des Körpers dar.

Wer anhand von Medikamenten den Darm „beruhigt“, verhindert, dass die schädlichen Keime durch den Durchfall bekämpft und ausgeschieden werden können.

Mögliche Ursachen für akuten Durchfall

  • Lebensmittelvergiftung (genau wie bei dem Menschen)
  • Reaktion auf Futterumstellung
  • Futter mit Hygienemängeln (z.B. mit Bakterien belastetes rohes Fleisch)
  • Qualitativ schlechtes Trockenfutter (z.B. schlechte Eiweißqualität oder sehr viel Kohlenhydrate)
  • Knochen oder Fremdkörper, die der Darm versucht auszuleiten
  • Gift, Chemikalien, Medikamente
  • Akuter Magen-Darm-Infekt durch Viren und/oder Bakterien
  • Magen-Darm-Parasiten: Würmer (Helminthen) oder Einzeller (Protozoen, z.B. Giardien)
  • Eine Magen-Darm-Entzündung anderer Ursache, z.B. allergisch oder autoimmun-bedingt
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Stress, Angst, Schmerz oder Aufregung
  • Infektionskrankheit
  • Organerkrankung, z.B. eine Nierenschwäche
  • Hormonelle Erkrankung
  • Geschwüre
  • altersbedingte Störungen

Wann Sie einen Tierarzt aufsuchen sollten

Wenn der Durchfall länger als 2 Tage anhält, sollten Sie spätestens am darauffolgenden Tag einen Tierarzt aufsuchen.

Bei folgenden Anzeichen sollten Sie noch am gleichen Tag einen Tierarzt aufsuchen:

  • Wenn Ihr Hund noch ein Welpe ist
  • Bei blutigem Durchfall
  • Bei sehr viel Flüssigkeitsverlust und Anzeichen von Austrocknung --> wie Maulschleimhäute sind klebrig trocken und/oder hochgezogene Hautfalte verstreicht nur langsam, bleibt somit stehen
  • Bei starke Bauchschmerzen --> langsame & steife Bewegungen, Hochwölben des Rückens, nimmt häufig Gebetsstellung ein = vorne tief & hinten hoch (ähnelt dem Strecken), versucht häufig und angestrengt Kot abzusetzen
  • Einnahme von ungewöhnlichen Liegepositionen
  • Häufiges Erbrechen
  • Wenn Ihr Hund teilnahmslos wirkt
  • Bei Fieber (>40°C)

 

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