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Erste Hilfe beim Hund. Was im Notfall zu tun ist!

Was ist zu tun bei einem Unfall mit Hund?

Wenn wir an erste Hilfe denken, gehen wir meist von einem Unfall in Bezug auf den Menschen aus. Doch was ist zu tun, wenn ein Hund verunfallt ist? 

1. Gefahrenstelle und Tier sichern 

  • Ruhe bewahren
  • Übersicht verschaffen
  • Unfallstelle absichern, wenn möglich und nötig, Gefahrenquellen wie Trümmerteile auf der Fahrbahn beseitigen
  • Warndreieck aufstellen (innerorts: 50 Meter, Landstraße: 100 Meter, Autobahn: 150 bis 400 Meter
  • Nähern Sie sich dem Tier vorsichtig und behutsam
  • Sprechen Sie es an
  • Sichern Sie das Tier, mit der Leine, damit es nicht weglaufen kann, bzw. sich durch wegschleppen oder kriechen entfernen kann
  • Sollte das Tier auf der Fahrbahn liegen, legen Sie es auf eine Fußmatte, Decke oder ähnliches, wenn es nicht mehr laufen kann, um es von der Fahrbahn zu bergen. 

 

In vielen Foren ist zu lesen, dass der Hund an einem Zaun, sofern vorhanden gesichert werden soll, damit er nicht weglaufen kann. In der Theorie ist das ein gutgemeinter Ratschlag, jedoch in der Praxis meist nicht umsetzbar. 

Entweder ist gar kein Zaun in der Nähe, oder die meisten Tiere sind in solch einer Ausnahmesituation sowieso schon verängstigt oder stehen unter Schock und lassen sich dann nicht auch noch am Zaun anbinden. 

Versuchen Sie deshalb immer für das Tier Ruhe auszustrahlen und den Hund durch die Leine zu sichern. Das ist sehr wichtig, denn der Hund könnte im Schockzustand probieren, wegzulaufen und dadurch eventuell einen weiteren Unfall verursachen. 

Wenn der Hund ansprechbar ist und auf Ihre Ansprache reagiert, sowie ersichtlich ist, dass der Hund nicht erbrochen, Atemnot hat oder bewusstlos ist, legen Sie dem Hund zum Schutz Ihrer selbst eine Maulschlinge an. 

Das ist deswegen wichtig, weil Sie nicht wissen, wie der Hund unter einem Schockzustand oder unter Schmerzen auf Sie reagiert. So legen Sie eine Maulschlinge an: 

 

2. Maulschlinge mit Dreiecktuch 

Jeder Verbandskasten (der immer wieder überprüft werden sollte, ob er noch aktuell und vollständig ist) enthält  ein sogenanntes Dreieckstuch. Das ist hervorragend geeignet, um eine Maulschlinge anzufertigen. 

Legen sie das Tuch zu einem etwa 3-6 cm breiten Band (je nach Schnauzenlänge des Hundes) zusammen und platzieren es von oben nach unten mittig über die Schnauze. Dann kreuzen Sie beide Enden unterhalb der Schnauze und binden beide Enden hinter dem Kopf mit einer Schleife leicht zusammen. 

Achten Sie dabei darauf behutsam mit dem Tier umzugehen und es mit sanfter Stimme zuzureden, um das Tier während des Anlegens nicht zu beunruhigen. 

Die Maulschlinge darf weder zu fest noch zu locker sitzen, aber vor allem machen Sie nie am Ende einen Knoten! Falls der Hund bewusstlos wird oder sich erbrechen muss, müssen und können Sie die Schlinge im Bedarfsfall schnell wieder lösen. 

Maulschlinge nicht anwenden bei: 

  • Erbrechen
  • Fremdkörper im Maul- oder Rachenbereich
  • Hitzschlag
  • Nasenbluten (der Hund kann dann u.U. nicht mehr durch die Nase atmen)
  • Herz -/Kreislaufbeschwerden
  • Schockzustand in Verbindung mit starker Schwäche und Apathie und damit jederzeit drohender Bewusstlosigkeit
  • Verdacht auf eine Vergiftung (die auch zum plötzlichen Erbrechen führen kann, Erstickungsgefahr!)

 

3. Notfalltherapie – den Hund am Leben halten 

Unter Notfalltherapie versteht man vor allem, dass die Vitalfunktionen sichergestellt werden. 

Vergeuden Sie keine Zeit mit Nebensächlichkeiten! 

Um kleinere Wunden können Sie sich später kümmern. Verbinden Sie nur dann, wenn stärkere Blutungen gestillt werden müssen. 

Sofern der Hund nicht ängstlich auf die Goldfoliendecke des Verbandskastens zeigt, sollten Sie diese nutzen, um den Hund vor Auskühlung zu bewahren. Ansonsten können Sie den Hund auch auf eine Decke legen, wenn vorhanden und ihn damit zudecken. 

Handelt es sich nicht um Ihr eigenes Tier, behalten Sie bitte den Tierbesitzer im Auge, da dieser auch unter Schock stehen könnte. Beim Anblick seines leidenden Tieres könnte er selbst bewusstlos werden. Geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie sich um sein Tier kümmern und beauftragen Sie eine eventuell anwesende weitere Person, ihn zu beruhigen, während Sie Ersthilfe am Hund leisten. 

 

4. Reihenfolge der Maßnahmen 

  • Überprüfung des Bewusstseins
  • Kontrolle von Herz und Kreislauf
  • Kontrolle des Körpers des Hundes (Schonhaltung, Blutungen in Maulhöhle, Ohren oder Augen, sowie Brüche an Gliedmaßen oder Kiefer, Fremdkörper)
  • Versorgung von bedrohlichen Blutungen
  • Abtransport zum Tierarzt 

 

5. Bewusstlosigkeit 

Folgende Ursachen können Bewusstlosigkeit hervorrufen: 

  • Ein Unfall
  • Folge einer ernsthaften Erkrankung
  • Nach Stromunfall, Hitzschlag oder als Vergiftungserscheinung
  • Folge einer allergischen Reaktion (anaphylaktischer Schock) 

Resultierende, mögliche Gefahren können sein: 

  • Erschlaffung der Muskulatur
  • Hund kann nicht mehr schlucken
  • Kleinere Fremdkörper oder Flüssigkeit behindern die Atmung
  • Zunge fällt nach hinten, blockiert den Rachenraum und damit die Atmung 

Maßnahmen, die eingeleitet werden sollten: 

  • Hund ansprechen
  • Atmung kontrollieren
  • Vitalfunktionen kontrollieren und stabilisieren
  • Wenn nötig, Reanimation durchführen

 

6. Überprüfung der Vitalfunktionen

 Atmung:

Die Normwerte liegen bei 20-50 Atemstöße/Min. in Ruhe. Das bedeutet, dass das Hecheln, nicht als normaler Atemstoß gezählt werden kann. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass kleinere Hunde eine höhere Frequenz und größere Hunde eine niedrigere Frequenz von Natur aus haben. 

Kontrollieren sie die Atmung entweder durch das Auflegen der Hände auf den Brustkorb und zählen sie, oder beobachten Sie den Hund genau bei der Atmung innerhalb einer konkreten Minute. 

Herz:

Die Normwerte bei Hunden sollten bei 70-120 Herzschlägen/Min. in Ruhe liegen.

Auch hier gilt der Grundsatz, dass kleinere Hunde eine höhere Frequenz und größere Hunde eine niedrigere Frequenz aufweisen. 

Die Kontrolle des Pulses sollte im Stehen oder Liegen des Hundes erfolgen, indem Sie den Puls an der Oberschenkelinnenseite fühlen. Das bedarf in einer Notfallsituation eventuell etwas Übung, deshalb können Sie es vorab, in einer normalen Situation an Ihrem Hund ausprobieren. 

Nicht wundern über unregelmäßige Herzschläge: Das ist völlig normal und heißt Arrhythmie. Das steht für eine regelmäßig „unregelmäßige“ Herztätigkeit und ist bei Hunden meist ein Normalbefund. Sie entsteht durch die Atmung und die dadurch schwankenden Druckverhältnisse im Brustkorb. 

Blutdruck/Kreislauf:

Kontrollieren Sie die Bindehäute bzw. die Maulschleimhäute, indem Sie behutsam mit dem Finger auf eine gut sichtbare Stelle (am besten am Zahnfleisch) drücken. Dabei sollte sich das Zahnfleisch von innerhalb 2 Sek. in seine Ausgangsfarbe zurück verfärben. 

Dabei sollte man wissen, dass das Zahnfleisch in einem Normalzustand rosa gefärbt ist, drücken Sie nun mit dem Finger auf eine Stelle verfärbt sich diese weiß, und muss sich wie oben beschrieben innerhalb von 2 Sekunden in den Ursprungszustand zurück färben. 

Es gibt natürlich Hunde, die ein schwarzes oder bräunliches Zahnfleisch haben, entweder finden Sie dennoch eine Stelle die rosa ist, oder sie machen diesen Test am äußeren Augenlid. 

Benötigt die Schleim- oder Bindehaut längere Zeit um sich wieder rosa zu verfärben, weist dies auf eine Störung der normalen Kreislauffunktion hin. 

 

7. Reanimation von Hunden 

Bei Atemstillstand: 

  • Überstrecken Sie leicht den Kopf des Hundes
  • Schließen und umfassen Sie das Maul mit den Händen
  • Blasen Sie kontinuierlich in die Nase, bis sich der Brustkorb deutlich hebt
  • Achten Sie darauf, dass sich der Brustkorb wieder senkt
  • Wiederholen Sie den Atemstoß
  • Kontrollieren Sie danach erneut die Atmung 

 

Reanimation kleiner Hunde: 

  • Legen Sie den Hund auf die rechte Seite. Sollte der Hund schon auf der linken Seite liegen, machen sie alles genauso wie folgt beschrieben
  • Legen Sie eine Hand auf die Wirbelsäule und die andere Hand in das Brustfell auf Höhe der Schultern
  • Drücken Sie behutsam beide Hände 1x pro Sek. zusammen
  • Vorsicht bei zu starkem Druck Gefahr der Rippenfrakturen

 

Reanimation großer Hunde: 

  • Legen Sie den Hund auf die rechte Seite, wenn er schon auf der linken Seite liegt, machen sie alles genauso wie folgt beschrieben
  • Legen Sie eine Hand auf Höhe der Schultern auf den Brustkorb und die andere Hand darüber
  • Strecken Sie die Arme durch
  • Drücken Sie behutsam beide Hände 1x pro Sek. durch strecken der Arme auf den Brustkorb
  • Vorsicht bei zu starkem Druck Gefahr der Rippenfrakturen

 

Kontrollieren Sie nach ca. 1 Min. nochmal den Puls           

 Dauer und Reihenfolge der Reanimation: 

  • Kontrolle Atmung & Puls
  • 2 Beatmungen
  • 15 Herzdruckmassagen
  • 2 Beatmungen
  • 15 Herzdruckmassagen
  • Kontrolle von Puls & Atmung
  • Reanimation weiterführen, bis der Hund wiederbelebt ist oder bestenfalls der Tierarzt eintrifft 

 

Generell möchten wir Sie dazu ermutigen, im Notfall zu helfen. 

Viele Menschen haben Angst vor solchen Situationen, da Sie Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Doch hier gilt es lebenssichernde Maßnahmen zu ergreifen, um ein Lebewesen zu retten. Sollte bei der Herzdruckmassage eine Rippenfraktur entstehen, wird diese nicht lebensbedrohlich sein! 

Denken Sie immer daran, wie froh Sie wären, wenn Ihnen jemand in einer Notsituation helfen würde.

Tags: Erste Hilfe
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